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Webnews







So meine lieben…

Nach knapp der Hälfte meines Exchange Semesters und der (hoffentlich) erfolgreichen Absolvierung des großen Examens hab ich es letztendlich doch noch geschafft und hab mir einen Blog zugelegt. Nachdem ihr mich ja alle so toll unterstützt und diesen ereignisreichen und unvergesslichen Lebensabschnitt erst ermöglicht habt ist es auch ein kleines „Dankeschön“. Für alle anderen die diesen Blog lesen, hoffe ich euch einen Eindruck verschaffen zu können, wie das Leben eines Exchange Studenten in Kalmar bzw. Schweden so abläuft.

Die Anreise

Heutzutage ist es ja Gott sei dank kein Problem mehr irgendwo hin zu fliegen. Im Zeitalter der Billigfluglinien ist es noch dazu eine der billigsten, wenn nicht sogar die billigste, Variante von Österreich nach Schweden zu kommen. Der Hinflug brachte mich allerdings aufgrund der Kurzfristigkeit der Buchung mit einer herkömmlichen Fluglinie (SAS) auf einem eher ungewöhnlichen Weg nach Kalmar. Der erste Teil meiner Reise ging von Wien nach Riga, wo ich dann ein paar Stunden warten durfte. Den Flughafen durfte ich natürlich nicht verlassen, da ich als Transit Passenger gebucht war. Um mir die Zeit zu vertreiben und einen kleinen Einblick in die „Kultur“ zu bekommen, habe ich mir ein nettes Flughafencafé gesucht und ein Glas lettisches Bier geordert und den Cafébetrieb beobachtet. Ich hoffe die lettische Kultur ist besser als ihr Bier. Ich hab es aber überlebt und letztendlich hat mich doch noch ein Flugzeug nach Schweden gebracht. Nachdem Kalmar nur mehr einen Inlandsflughafen besitzt führte mich mein Weg vorerst nach Stockholm. Dort angekommen wünschte ich mir ein bisschen von der Zeit von der ich in Lettland zu viel gehabt habe. Nachdem ein Flug von Stockholm nach Kalmar nur unwesentlich teurer, allerdings wesentlich schneller war, hab ich mich für die gemütliche Variante entschieden. Der Anschlussflug ging allerdings schon eine Stunde nach Ankunft am Stockholmer Flughafen Arlanda. Die anscheinend überaus kompetente Angestellte am Wiener Flughafen hat mich aber nur bis Stockholm als Transit Passenger gebucht. Darum durfte ich mein Gepäck abholen und damit meinen Schalter zum neuerlichen Check-In suchen. Wie es nicht besser kommen konnte befand sich der am anderen Ende des Flughafens, welchen ich im Laufschritt, samt Gepäck „besichtigte“. Gott sei dank hab ich den Flieger noch erwischt. Hat sich also doch ausgezahlt dass ich hin und wieder Sport betrieben habe. Eine Stunde später bin ich dann auch schon in Kalmar gelandet wo mich meine reizende Mentorin Johanna schon erwartet hat.

Die Unterkunft


Mit der Unterkunft habe ich es glücklicherweise ganz gut erwischt. Nachdem ich festgestellt habe dass ich mir Küche und Bad mit jemandem teilen muss war ich zu Beginn nicht so glücklich. Doch als ich Vincenzo kennen gelernt habe waren meine Sorgen sogleich auch schon wieder verflogen. Ein dunkel gebräunter dürrer Sizilianer, der versucht den Mafiosi raus zu lassen, aber zu gutmütig dafür ist, es seinen Landsleuten gleich zu tun. Außerdem fürchtet er sich vor der Kälte im Winter, was ihn auch nicht gerade furchteinflößender macht. Verglichen mit den anderen Wohneinheiten haben es wir sogar besser, da unsere Zimmer größer sind und die Küche abgetrennt und luxuriöser ist. In unserem Korridor wohnen auch noch 2 Exchange Studenten aus Holland, die auch voll nett sind. Wir kochen oft gemeinsam oder schauen gemeinsam schwedisches Fernsehen.

Das Fortbewegungsmittel

… Nummer 1 ist definitiv das Fahrrad. Kalmar ist zwar nicht groß aber die Strecken können ganz schön lang werden zu Fuß. Außerdem haben wir Studenten ja auch nicht übermäßig Zeit und drum macht es schon einen Unterschied ob man eine halbe Stunde geht oder 10 Minuten mit dem Rad fährt. Wie sich das mit dem Fahrrad weiter entwickelt werden wir noch sehen. Wir lassen uns mal überraschen wie streng der Winter wird. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten an ein Fahrrad zu gelangen:

  1. man kauft eins: Da Fahrräder hier ziemlich beliebt sind, kann man Schrott auch teuer verkaufen. Was soll man machen.
  2. man stiehlt eins: zugegeben nicht die eleganteste Variante.
  3. man findet eins: Ob man es finden oder stehlen nennen will bleibt einem selbst überlassen. Wenn man wirklich eins findet das jemand nicht mehr braucht, weil es ein bisschen kaputt ist, nimmt man es mit und repariert es.

Ich war zu blöd und hab überteuerten Schrott gekauft, anstatt ein Rad zu finden.


Studieren

Ja das ist eigentlich der Grund warum ich hier bin. Das Studium unterscheidet sich in ein paar Punkten von jenem daheim. Hier ist das Semester in 4 Perioden aufgeteilt. Pro Periode kann man an einem Institut nur einen Kurs belegen. Manche Kurse ziehen sich aber über 2 oder mehr Perioden. Nachdem die Kurse für Auslandsstudenten sowieso schon eingeschränkt sind (aufgrund der Unterrichtssprache) wird die Auswahl dadurch noch kleiner. Ich muss aber mindestens 30 ECTS Punkte erreichen um das Semester abzuschließen. Ich habe mich dafür entschieden 2 Kurse á 15 ECTS Punkte zu belegen. Zusätzlich habe ich noch einen Schwedisch Kurs absolviert. Hier ein Überblick über meine Kurse:

Svenska för utbytesstudenter
War immer lustig und hat auch hoffentlich ein bisschen was gebracht. Also die Grundkenntnisse habens uns beigebracht aber zum reden wirds halt ein bissl wenig sein. Hätt gern eine Fortsetzung zu dem Kurs. Der wird aber leider nicht angeboten. Diesen Kurs hab ich übrigens freiwillig gemacht. Warum uns der nicht angerechnet wird weiß ich auch nicht. Aber Sprachen sind ja bekanntlich weniger wichtig als Golf spielen. Ja ihr hört richtig. Es gibt Auslandsstudenten denen Golf spielen angerechnet wird.

International Business Studies
Dieser Kurs ist in 2 Subkurse unterteilt. Im ersten Subkurs ("Doing International Business" ) wars extrem interessant. Wir haben 3 Projekte schreiben müssen. Im zweiten Subkurs ("Analyzing Political and Economical Systems" ) wäre eine Studienreise nach Litauen geplant gewesen. Die hätte für Exchange Students allerdings ca. 550 Euro gekostet. Mit dortigen Ausgaben hab ich mir sagen lassen hams so ca. 750 bis 800 Euro gebraucht. Darum haben auch alle (bis auf 4 Exchange Students) beschlossen diese Reise nicht zu machen. Darum durften wir auch einen weiteren Report über "Minderheiten in den Baltischen Staaten" schreiben. In diesem zweiten Teil hören wir ziemlich viel Geschichte. Teilweise wissen wir gar nicht mehr ob wir wirklich Wirtschaft studieren.

English for Business Communication
... ist der dritte und letzte Kurs. Über den weiß ich noch nicht viel weil er gerade erst angefangen hat. Wir haben gerader erst einmal 2 Vorlesungen gehabt. Bis jetzt war es aber ganz interessant.


10.11.07 18:24


roadtrip nach Göteborg

 

Am Wochenende haben wir uns ein Auto gemietet und sind nach Göteborg gefahren. Insgesamt waren wir 5 Exchange Students:

Zivile "Ziva" aus Litauen, Vincenzo aus Italien, ich, Maria "Masha" aus Russland, Michaela "Michi" aus Österreich (v.l.n.r.)

Freitag

um 12.00 Uhr haben wir uns "Stella" abgeholt. Einen neuen Skoda Fabia den uns Europcar relativ günstig vermietet hat. Dann gings auch schon los in Richtung Göteborg. Vorbei bei Nybro, Växjö, Alvesta, Värnamo und Borås bis wir in unserem Hostel in Göteborg ankamen. Nach ein paar Tellern Suppe haben wir dann beschlossen mit ein paar Spaniern Geburtstag zu feiern und noch einen kurzen Abstecher auf die "Avenuen" zu machen. Dort findet man Lokalitäten für jeden Geschmack. Da allerdings die Preise genauso hoch wie die Lokale gut waren, haben wir nach kurzer Zeit beschlossen wieder heim zu gehen und uns für das Power-Sightseeing auszuschlafen.

Samstag

Nach ein paar Stunden Schlaf gings dann um 9 Uhr los Richtung Göteborg Zentrum. Da die Straßenbahn Luxus ist sind wir natürlich marschiert. Kirchen, Aussichtspunkte, die Oper, der Hafen und einige Shoppingzentren später sind wir dann Richtung Lieseberg spatziert. Am Weg dort hin sind wir auch noch beim Stadion von Göteborg ( "Ullevi" ) vorbeigekommen. Leider war es geschlossen und wir haben nicht reinschauen können. Lieseberg ist normalerweise ein großer Vergnügungspark. Im Winter verwandelt sich dieser aber in den größten Weihnachtsmarkt Schwedens. Dieser ist auch definitiv einen Besuch wert. Vom Aussichtsturm hat man übrigens einen wunderschönen Ausblick über Lieseberg und ganz Göteborg. Nachdem es schon 16.00 Uhr und dunkel war hat das natürlich ideal gepasst und wir haben den Ausblick auf das Lichtermeer genießen können. Nach einigen Runden durch den Weihnachtsmarkt haben wir uns dann um 21.00 Uhr auf den Weg nach hause gemacht. Dieser hat übrigens eine Stunde gedauert, weil unser Hostel am anderen Ende der Stadt war. Eigentlich wollten wir uns dann das EM-Qualifikationsspiel Spanien - Schweden anschauen aber wir haben den Kanal im Hostel nicht reinbekommen. Also sind wir todmüde ins Bett gefallen um am nächsten Morgen bald aufbrechen zu können.

Sonntag

Das haben wir dann auch gemacht. Zusammenpacken, Zimmer putzen und ab ins Auto. Nach ca. einer Stunde Autofahrt sind wir dann in Varberg angekommen. Dort haben wir dann die Festung Varberg besichtigt, das Badhuset (sieht aus wie ein Schloss auf Stelzen im Meer) angesehen und sind durch die Stadt (die allerdings ausgestorben war) flaniert. Anschließend haben wir noch Getteröns Naturcentrum einen Besuch abgestattet und sind dort ein wenig herum spatziert. Dort wars allerdings ziemlich windig und kalt. Drum sind wir wieder zurück ins warme Auto und sind eine weitere Stunde nach Halmstad getingelt. Bevor wir uns allerdings die Stadt angesehen haben sind wir noch nach Tylösand gefahren. Dort haben wir ziemlich viel Zeit auf dem wunderschönen Sandstrand verbracht. Bevor die Dunkelheit einbrach sind wir noch schnell ins Zentrum gefahren, in dem sich allerdings noch weniger tat als in einer Geisterstadt. Die Schweden dürften also am Sonntag nicht so aktiv sein. Es war auch schon nach 16.00 Uhr, es war also dunkel, als wir uns dazu entschlossen uns vor der letzten Etappe noch mit ein wenig Kaffee zu dopen. Putzmunter gings also mit dem Auto wieder in Richtung Kalmar. Das Wetter war genau so wie wir uns es zum fahren gewünscht haben: stockdunkel, neblig, Regen und um die 0 Grad. Ein Traum für jeden Autofahrer. Wir sind aber trotzdem sicher in Kalmar angekommen. Insgesamt sind wir 800 km gefahren und haben jede Menge erlebt. Der Roadtrip hat sich also ausgezahlt.


21.11.07 18:11





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